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Weihnachtspflanzen 2025

 

 

 

 

 

 

   

 

 

Pflanzen spielen bei Bräuchen und Festen in allen Kulturen eine Rolle. Bei uns ist Weihnachten das wichtigste Fest des Jahres: religiös, familiär und wirtschaftlich. Bekannt sind der Weihnachtskaktus (Schlumbergera truncata) und der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima), der seit den 1950er Jahren modern geworden ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schon in der Antike holte man sich im kalten und kahlen Winter etwas Grünes ins Haus. Die Römer schmückten am ersten Tag des Monats (Kalenden) ihre Häuser mit Lorbeerzweigen. Im Mittelalter sollten Eibe, Stechpalme, Wacholder, Mistel oder Tanne Haus und Hof und alle Bewohner schützen. Um 1500 kritisierte Sebastian Brant in seinem "Narrenschiff": "Wer zu Neujahr … nicht …Tannenreisig steckt ans Haus, Der meint, er leb' das Jahr nicht aus". Tannenbäumchen wurden mit der Spitze nach unten am Trambalken in der Stube befestigt. Später schmückte man diese hängenden Christbäume mit Papierketten.

 

 

 

 

 

 

 

 

"Das" Zeichen der Weihnachtszeit, der Christbaum, ist in Österreich erst seit  zwei Jahrhunderten üblich. Der erste Wiener Weihnachtsbaum stand 1814 in der Wohnung des Bankiers Nathan von Arnstein am Hohen Markt. Seine Frau Franziska von Arnstein führte zur Zeit des Wiener Kongresses einen großbürgerlichen Salon, der von prominenten Gästen besucht wurde. So hat die Jüdin Fanny von Arnstein den Brauch aus dem protestantischen Norddeutschland ins katholische Wien gebracht. Ein Geheimpolizist berichtete von einem fröhlichen "Weihnachtsbaumfest". Nach Berliner Sitte gab es Geschenke und wurden lustige Lieder gesungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Pflanzen-Symbolik war in der Stadt wohl nicht die Rede. Hingegen hat man in ländlichen Gebieten in das Weihnachtsgrün einiges hineininterpretiert. Besonders in den Rauhnächten, der "Zeit zwischen den Zeiten" sollten die spitzen Nadeln der immergrünen Fichte, Tanne, Föhre und Wacholder alles Böse abwehren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Wacholder (Juniperus communis) war in den Alpenländern als antidämonisches Mittel hoch geschätzt. Man musste den Hut vor ihm ziehen. Im Märchen konnte er Tote zum Leben erwecken. Die Volksetymologie machte ihn zum "Wach-Halter". Daher steckte man sich frische Zweige beim Wandern und Bergsteigen an den Hut, um Ermüdung vorzubeugen. Zu Weihnachten befestigte man Wacholderzweige beim Kruzifix im Herrgottswinkel. In den Rauhnächten waren Wacholderbeeren beim Ausräuchern gefragt, um Seuchen und Tierkrankheiten zu vermeiden. Manche Leute fertigten in der Christnacht ein Amulett aus 14 Wacholderbeeren an. (14 Nothelfer) Ein profaner Brauch ist das "Krambamberlbrennen" am Stephanitag. In Ebensee treffen sich Männer im Wirtshaus, entzünden in einem Becher Wacholderschnaps und lassen Zuckerstücke hineintropfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Allgemein sind Ilexzweige als weihnachtliche Dekoration beliebt. In den Alpenländern finden sie sich auch als Teil der Palmbuschen. Die Stechpalme (Ilex aquifolium) ist ein stacheligblättriger, immergrüner Strauch oder Baum mit giftigen, roten Beeren. Sie wurde traditionell zur Einhegung von Gärten und Friedhöfen gepflanzt und bildet einen undurchdringlichen Zaun. Die mundartliche Bezeichnung "Schradl" verweist auf den Glauben, dass die Stechpalme, wie alles Stachelige, Schreckgestalten und Hexen abwehrt. Prominente Objekte aus Ilexholz sind der Spazierstock Johann Wolfgang von Goethes und der Zauberstab der Romanfigur Harry Potter.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die immergrünen Misteln (Viscum), eine Pflanzengattung aus der Familie der Sandelholzgewächse, gedeihen als Halbschmarotzer auf Bäumen. In den weißen oder gelben Beerenfrüchten befinden sich mehrere, von klebrigem Saft umgebene Samen. Darauf deutet der botanische Artname Viscum hin, da die Römer aus den Mistelbeeren Leim herstellten. Der römische Historiker Plinius (23-79) schrieb im Jahr 77 über Kelten-Kulte mit der Eichenmistel: „Die Druiden ... halten nichts für heiliger als die Mistel. Wenn sie gefunden wird, so wird sie mit großer Feierlichkeit geerntet. ... Sie nennen sie in ihrer Sprache ‚Allheilmittel‘ ... und glauben, dass es ein Gegengift gegen alle Gifte sei.“ Um 1900 wurde bei uns die Mistel als Weihnachtspflanze populär.  Im Jugendstil zählte sie zu den verbreitetsten Motiven der angewandten Kunst. In Deutschland brachte man sie als Freundschafts- und Friedenszeichen zu den Nachbarn und pflegte sich unter Mistelzweigen zu versöhnen. In England mussten sich Mädchen unter dem Mistelzweig küssen lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Wertschätzung von immergrünen Pflanzen findet sich auch in weit entfernten Kulturen. In Japan, wo die Religionen des Buddhismus und Shintoismus weit verbreitet sind, spielt die Naturverbundenheit eine besondere Rolle. Die japanische Kultur zeichnet sich zudem durch das Beachten der Jahreszeiten aus. Das zeigt sich auch an Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens: In jeder Saison findet man typische Pflanzen als Dekoration z.B. auf Geschirr oder Kimonos. Sogar die zur Teezeremonie gereichten  Süßigkeiten in Blütenform werden der Jahreszeit entsprechend gereicht. Zu Neujahr, dem größten Fest im Jahreslauf, gestaltet man spezielle Ikebana-Arrangements, besonders mit Föhren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Im "Sennokuden", einer der ältesten überlieferten Ikebana-Schriften, aus dem 16. Jahrhundert, heißt es: "Die Tatsache, dass viele Pflanzen im Winter welken, zeigt das Gesetz des Aufstiegs und Niedergangs des Lebewesens, während Kiefer und Zeder, die im Winter ihre Farbe nicht ändern, die Unveränderlichkeit der Wahrheit andeuten."  Immergrüne Pflanzen wie Kiefer, Zeder und Wacholder nahmen früher den höchsten Rang ein und wurden die "drei wichtigsten Zweige des Blumenweges" genannt. Beliebt waren auch Bambus, Zweige von Pflaumen, Kirschen und Hängeweide. Sie werden in Wintergestecken, unabhängig von der Schule, am häufigsten verwendet.

 

 

 

 

 

 

 

 

Obwohl man in Japan nicht Weihnachten feiert, haben Ikebanameister passende Arrangements kreiert. Als Weihnachtsfarben gelten Rot, Weiß Grün, Gold und Silber. Man kann aber jede Farbe verwenden. Die derzeitige Leiterin der Sogetsu-Schule, Akane Teshigahara sieht sogar bunte Farben als ideal für die festliche Weihnachtstimmung an. Sie verwendet auch gerne Blau, denn "der ruhige Blauton unterstreicht die feierliche Atmosphäre der heiligen Nacht." Dazu sind Glaskugeln, Ketten und Sterne beliebt. Spezielle Effekte ergeben sich durch Mizuhiki. Das sind 2 mm starke, gedrehte Streifen aus Reispapier in verschiedenen Farben. Zu Weihnachten bevorzugt man Gold und Silber. Mizuhiki lässt sich einfach in das Arrangement einfügen oder in traditioneller Art verknoten - wie es bei Geschenkverpackungen üblich ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

IKEBANA

 Das japanische Wort für Ikebana setzt sich aus zwei Schriftzeichen zusammen: Hana bedeutet Blume. Ikeru meint das Arrangieren. Ikebana kann man als "Blumen zur Geltung bringen" übersetzen. Wer Interesse, ein wenig Zeit und Geschick hat, kann Ikebana gestalten. Allerdings ist es nötig, die Grundlagen (Technik, Linienführung...) zu erlernen, bevor man seiner Kreativität freien Lauf lässt. Von herkömmlicher westlicher Floristik unterscheidet sich Ikebana vor allem durch die Asymmetrie. Die Harmonie der Gestaltungselemente spielt ebenso eine Rolle wie Farben, Gefäße und die Raumumgebung. Ein Arrangement soll locker und natürlich aussehen, dabei sind die Jahreszeit und die Art, wie die Pflanzen gewachsen sind, zu berücksichtigen. Auch Freiräume, der "Raum für die Gedanken" sind sehr wichtig. Allerdings wird Ikebana immer "westlicher", üppiger und soll von drei Seiten schön anzusehen sein. Ursprünglich war sein Platz in der "Schmucknische" (Tokonoma), wo es neben einem Wandbild stand und nur von vorne zu betrachten war.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ikebana zählt zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Andererseits hat es als Form der modernen bildenden Kunst Anerkennung gefunden. Kado, der Blumenweg, ist eine der traditionellen japanischen Künste - wie die Teezeremonie Sado, die Kalligraphie Shodo oder die Gartenkunst. Sie sind eng mit dem Zen-Buddhismus verbunden. Die Ikebana-Geschichte reicht bis in das 6. Jahrhundert zurück, als der Buddhismus nach Japan kam. Der aus China zurückgekehrte Diplomat On no Imoko brachte den Brauch mit, Opferblumen  im Tempel zu arrangieren. Die Kunst des Blumenarrangierens wurde mündlich vom Lehrer den Schülern übermittelt. Früher führte der Lehrer ohne viel Erklärungen vor, wie ein Ikebana entsteht. Der Schüler lernte durch Zuschauen und Nachmachen. Auch in der Gegenwart kann man Ikebana nicht allein lernen. Man braucht unbedingt eine Lehrerin oder einen Lehrer zur Korrektur.

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute gibt es in Japan mehr als 3000 Ikebanaschulen. Einige sind seit 70 Jahren in der gemeinnützigen Organisation Ikebana International vertreten. Ihr völkerverbindendes Motto ist "Freundschaft durch Blumen". Sie wurde 1956 von der Amerikanerin Ellen Gordon-Allen gegründet. Derzeit bestehen Gruppen mit ca. 7000 Mitgliedern in mehr als 40 Ländern. In Wien sind die beiden größten Schulen - Ikenobo und Sogetsu - sowie Ichiyo vertreten. Diese wurde 1937 von den Geschwistern  Ichiyo und Meikof Kasuya in Tokyo gegründet. Sie will Freude, Gelassenheit und die Beziehung zur Natur vermitteln und  ermutigt zur persönlichen Interpretation und Phantasie.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die älteste Ikebanaschule - Ikenobo - ist mehr als 550 Jahre alt. Das "Stammhaus der Blumenlehre" geht auf Ikenobo Sen-kei zurück. Er war Verwalter im Rokkaku-do Tempel in Kyoto und als außergewöhnlicher Blumenmeister bekannt. Seine Arrangements sollten nicht nur als Weihegabe für Buddha dienen, sondern auch die Betrachter erfreuen. Seine Nachfolger veranstalteten in der Edo-Zeit (17. Jahrhundert bis 1868) großartige Ausstellungen am Kaiserhof. Es ist üblich, die Leitungsposition (Iemoto) an die Nachkommen zu vererben. Die Ikenobo-Schule wird derzeit in 45. Generation (Senei Ikenobo) geführt. Die älteste Form, Rikka, symbolisiert mit neun Hauptlinien den Kosmos.  Dafür gibt es strenge Gestaltungsregeln. Im Lauf der Zeit kamen zu den klassischen einfachere Formen, jetzt werden auch moderne Arrangements angefertigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

1927 gründete Sofu Teshigahara (1900-1979) in Tokyo die Sogetsu-Schule. Sie zählt zu den größten, modernsten und kreativsten. Der Gründer war Bildhauer und Kalligraph und wurde schon früh von seinem Vater in Ikebana unterrichtet. Sofu Teshigahara gilt als bedeutendster Ikebana-Meister des zwanzigsten Jahrhunderts und erlangte als Künstler internationale Anerkennung. Nach Sofus Motto kann Sogetsu-Ikebana "von allen Menschen, immer und überall, mit jedem Material und in jedem Gefäß" gestaltet werden. Dazu hat er - erstmals - einen internationalen Lehrplan ("Curriculum") eingeführt. Sogetsu-Ikebana basiert auf der traditionellen Kunst, fördert aber besonders den kreativen Freien Stil (ebenfalls eine Innovation von Sofu Teshigahra).

Sofu, der mit weltberühmten Künstlern in Kontakt stand, wird "Picasso der Blumen" genannt. Er unterrichtete 50 Jahre lang. Nach ihm war seine Tochter Kasumi Iemoto (1979-80 ). Nach ihrem frühen Tod folgte Sofus Sohn Hiroshi (1980-2001) ein bekannter Filmemacher und Keramikkünstler. Jetzt ist die Enkelin Akane Teshigaha 4. Iemoto der Sogetsu-Schule.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das weltweit einheitliche Curriculum umfasst drei Lehrbücher. Man kann in Wien z.B. in der Studiogalerie bei Doris Wolf Kurse besuchen und wenn man alle Übungen absolviert hat, Zertifikate aus Japan erwerben. Nach vier Zertifikaten  kann man Lehrer-Diplome anstreben und Mitglied der Sogetsu Teachers Association werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sogetsu-Ikebana lehrt drei Stile:

- Bei Moribana wird  mit einem Steckhilfsmittel - Kenzan  ("Blumenigel") - in einer  Schale arrangiert. Neben der Grundform gibt es acht Variationen.

- Bei Nageire (Vasenarrangement) befestigt man Zweige und Blumen mittels fingerdicken Holzstäben in hohen Gefäßen, Hier gibt es neben der Grundform sechs Variationen.

- Freier Stil. Dabei gibt es keine Variationen, sondern bestimmte Themen - z.B. Linien - Farbe - Masse - werden kreativ gestaltet. Immer kommt es auf die Harmonie an.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei den Schulformen (Moribana und Nageire) gilt das "Drei-Linien-Prinzip".

Die verschieden langen Hauptlinien (shushi) sind Shin, Soe (Zweige, Blumen oder Gräser), und Hikae (üblicherweise Blumen). Dazu können Jushi (Begleiter) kommen. Bei Moribana wird der Kenzan (nie in der Mitte!) der Schale platziert und gut mit Wasser bedeckt. Dann wird abhängig von der Größe des Gefäßes - das Maß genommen. Danach schneidet man die Zweige für Shin und Soe schräg an, steckt sie gerade in den Kenzan und neigt sie in den  entsprechenden Winkeln. Es folgen Hikae (Blume) und mehrere Jushi. Blumen werden gerade angeschnitten und gleich im richtigen Winkel im Kenzan platziert. Es ist üblich, das frische Material unter Wasser anzuschneiden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ikebana ist eine vielseitige Kunst: Sie kann der Meditation dienen und die Kreativität fördern. Sie zeigt die Schönheit der Natur und verwendet auch nicht-pflanzliches Material. Es gibt überlieferte Gestaltungsrichtlinien ebenso wie Arrangements im Freien Stil. Die Größe variiert von Miniaturen bis zu riesigen Installationen auf Bühnen oder im Freien, an denen ganze Teams arbeiten. In Japan wurde Ikebana ursprünglich von Mönchen und Adeligen praktiziert, später in den Grundschulen gelehrt, heute erfreut es Menschen jeder Altersstufe, Religion und Gesellschaftsschicht in aller Welt

 

 

 

 

 

 

 

 

NEUJAHR

 Der Neujahrstag am 1. Jänner (Shogatsu) ist das wichtigste Fest im japanischen Jahreslauf. Zu Hause erfordert er sorgfältige Vorbereitungen. Die Wohnung wird gereinigt, damit das Jahr fehlerlos, frisch und fröhlich beginnt. Wenn alles in Ordnung ist, schmückt man die Räume mit Ikebana aus Föhren und duftenden Blumen,wie Kamelien, die man auch für Parfums verwendet. Der Duft ist ein wesentlicher Teil der Neujahrs-Arrangements. Da diese in allen Räumen und an überraschenden Plätzen stehen, riecht man das Arrangement oft, bevor man es sieht. "Manchmal muss man der Nase folgen, um ein Fest für die Augen zu haben," heißt es dann.

 

 

 

 

 

 

 

 

In Japan ist das typische Pflanzentrio für festliche Arrangements Kiefer, Pflaume und Bambus. Seit alten Zeiten wird diese Kombination „die drei Freunde im Mittwinter“ genannt.  Weil sie zusammen den harten Zeiten widerstehen und einander ermutigen. Ebenso soll man zu Neujahr Freundschaften bestätigen. Pflaumenblüten symbolisieren Standhaftigkeit und Erfolg. Außerdem gibt es noch eine Reihe typischer Pflanzen für Neujahrsarrangements.

 

 

 

 

 

 

 

Früher hat man die Mandarine als Königin der Früchte angesehen und bei Festen verwendet. In China wird sie seit vielen Jahrhunderten und in Japan seit dem ersten Jahrtausend kultiviert. Die Bezeichnung verweist auf die  chinesischen Beamten und deren wertvolle gelbe Seidenkleidung. Mandarinen sind eine der drei ursprünlichen Zitrusarten, die variabelste und größte Gruppe der Zitruspflanzen. Für Ikebana werden zu Neujahr auch gerne wohlriechende  Orangen, Zwergpomeranzen (Kumquat)  oder Fingerzitronen ("Buddhas Hand"), die den gebogenen Händen von Buddhastatuen ähnlich sehen, verwendet. In China symbolisiert Buddhas Hand Glück, Zufriedenheit und ein langes Leben. Sie ist auch ein traditionelles Neujahrsgeschenk.Die Zitrusfrüchte mit ihren immergrünen Blättern drücken Wünsche für gute Ernte aus

 

 

 

 

 

 

 

 

Hängeweide, die sich gut biegen lässt, soll langes Leben oder Unsterblichkeit symbolisieren. Zu Neujahr verspricht sie die sichere Verbindung von alten und neuen Angelegenheiten und gute Beziehungen im kommenden Jahr. Ein langer Zweig wird gebogen, manchmal hängt ein Teil links herunter, während der Rest zu einem Kreis zusammen gebunden wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Winter sind viele Sorten von roten Beeren verfügbar, wie  z.B. Stechpalme (Ilex), immergrüne Stechwinden (Smilax) mit ihren Beerenrispen, Orangenkirsche (Idesia polycarpa), deren Beeren in Büscheln wachsen, oder Feuerdorn. Sie werden mit Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Rot gilt als "die" Glücksfarbe.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Farben des neuen Jahres sind Gold, Grün, Rot und Weiß. Gold findet sich an vielen Tempeln und Schreinen.  Es gemahnt an die Barmherzigkeit der Götter und versinnbildlicht Sonne und Macht. Die verschiedenen Goldtöne erinnern an die Nuancen des Paradieses. Grün gilt als Farbe der Kraft und Vitalität. Rot steht für die Leidenschaft, während Weiß kalt und still wirkt und die Reinheit des Geistes darstellt. Weiß wird auch als heilig und Farbe der Götter angesehen.Die Kombination von Rot und Weiß ist in Japan sehr beliebt. Die Flagge (Nisshōki oder Hinomaru) zeigt einen roten Kreis auf weißem Grund und symbolisiert die aufgehende Sonne.

 

 

 

 

 

 

 

 

Festliche Süßigkeiten zur Neujahr, wie Reiskuchen (Mochi), haben diese Farben und sind in weißes Papier mit roten Schnüren verpackt. Diese roten und weißen Papierstreifen (Mizuhiki) werden bei vielen Feiern gebraucht. Mizuhiki verwendet man in dekorativer Art verknotet für Verpackungen von Geschenken zu Neujahr. In Ikebana lässt es sich einfach und effektvoll in Arrangements einfügen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim traditionellen Familienessen (Osechi) gibt es besondere Speisen. Dazu zählen  u. a. neben Mochi Miso-Suppe,  Edelkastanien und gesüßte schwarze (Soja-)Bohnen. Verschiedene Delikatessen sind in einer vierstufigen Lackschachtel (Jubako) arrangiert, um die Jahreszeiten zu symbolisieren. Man freut sich über Gabelbissen, die an die Vielfalt der Blumen erinnern, die man zur jeweiligen Jahrszeit bewundert. Um sich an der japanischen Küche zu erfreuen, soll man das Festmahl auch mit den Augen genießen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Man fertigt zu Neujahr nicht nur Ikebana in den Häusern an. Es gibt auch spezielle Dekorationen aus Kiefern (Kadomatsu - „Torkiefer“), die dazu dienen, die Geister der Vorfahren oder Gottheiten (Kami) der Ernte willkommen zu heißen. Kadomatsu werden normalerweise paarweise vor Gebäuden aufgestellt. Beim Eingang zeigt ein Symbol aus Reisstroh (Shime-kazi) an, dass das Haus jetzt ein heiliger Ort ist. Außerdem steht oft der Besuch eines Shintō-Schreins - auch im traditionellen Kimono - auf dem Programm. Um Neujahr bleiben fast alle Geschäfte, Firmen und Behörden geschlossen. Anfang Jänner ist eine beliebte Urlaubszeit.

 

 

 

 

Texte: hmw für die Radiosendungen "Vom Leben in der Natur" Ö1, 22. bis 24.12.2025