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Europäische Bräuche -

Japanische Blumenkunst

 

 

März

 

 

 

 

 

 

 

Ein mehr als hundert Jahre altes Lied besingt die Vegetation und die ländliche Arbeit: "Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt, er setzt seine Felder und Wiesen instand. Er pflüget den Boden, er egget und sät und rührt seine Hände frühmorgens bis spät..." Traditionelle Bräuche im März haben mit dem Naturjahr und dem Wechsel von Kälte und Wärme, Dunkelheit und Licht zu tun. Ebenso verhält es sich mit dem Festzyklus des  Kirchenjahres.

 

 

 

 

In Japan hat man eine besondere Beziehung zu den Jahreszeiten. Das zeigt sich bis zu den Kimonomustern und Süßigkeiten. Der Frühlingsbeginn nach dem langen Winter und die Erwartung der warmen Jahreszeit wird in Ikebana vielfältig ausgedrückt. Als klassische Frühlingsblume gelten Narzissen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

19. März: Josef

Der wichtigste Heiligengedenktag des Monats ist "Josefi". Der Zimmermann Josef aus dem Geschlecht Davids war mit der Gottesmutter Maria verlobt und wurde zum Nährvater des Jesuskindes. In der Barockzeit förderten die habsburgischen und bayrischen Herrscherhäuser seinen Kult. Josef wurde ein häufiger Vorname.

 Nach einer Legende aus dem 2. Jahrhundert wurde Josef durch ein himmlisches Zeichen aus dem Kreis der Heiratskandidaten für Maria ausgewählt. Alle mussten Stäbe auf den Altar des Tempels legen, jener von Josef begann zu blühen. Sein charakteristisches Attribut ist Lilium candidum, die Josefs- oder Madonnenlilie. Sie wird  50 - 130 cm hoch. Der Blütenstand ist eine Traube aus zwei bis zwanzig weißen, stark duftenden Blüten. Josefslilien zählen zu den ältesten kultivierten Zierpflanzen und galten schon in Antike als Heilmittel. Kaiser Karl der Große empfahl im 9. Jahrhundert auf seinen Landgütern Lilien zu pflanzen. Dieses Vorbild wirkte auf Klostergärten und Bauerngärten.Die Kirche sah in den Lilien ein Symbol für Reinheit und Unschuld. Die Universalgelehrte des Mittelalters Hildegard von Bingen sprach der edlen Pflanze psychologische Wirkung zu: "Der Duft der frisch austreibenden Lilien und der Lilienblüten erfreuen das Herz und führen zu guten Gedanken."

In der Natur blüht Lilium candidum erst im Frühsommer. Im Handel sind das ganze Jahr über verschiedene Lilienarten erhältlich.

Lilien stammen aus Asien. Im ältesten erhaltenen japanischen Buch, dem Kojiki und Gedichten aus dem 8. Jahrhundert, werden sie bei der Hochzeit des ersten Kaisers erwähnt. Heute zählen sie in Japan zu den hochpreisigsten und am meisten verkauften Schnittblumen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Palmsonntag

Ostern, die 40 Tage der Fastenzeit mit der Karwoche davor und die 50-tägige Freudenzeit danach, charakterisieren das Frühjahr. Der Palmsonntag eröffnet die Karwoche. Er erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Wie die Evangelien überliefern, begrüßte ihn eine jubelnde Menschenmenge mit Palmenzweigen in den Händen. Manche Leute schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie vor Jesus auf den Weg. Um das Jahr 400 gab es in Jerusalem Umgänge, bei denen Kinder Palmen- und Olivenzweige trugen. Im 8. Jahrhundert ist der Brauch in Gallien und Spanien bezeugt. Die katholische Liturgie beginnt mit der Palmweihe und der Prozession vor der Feier in der Kirche. Die Gläubigen halten Zweige, in südlichen Ländern von Palmen oder Ölbäumen, bei uns meist Weiden (Palmkätzchen). Schon auf den ältesten Darstellungen sind Palmblätter das Attribut der Märtyrer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 Mit den Palmbuschen und den, oft mehrere Meter hohen, Palmstangen verbinden sich verschiedene Bräuche. Die Zusammensetzung kunstvoll gebundenen Buschen ist regional unterschiedlich. In Oberösterreich kommen zu den Palmzweigen sieben (Erika, Ilex, Buchs, Segenbaum, Eichenlaub, Seidelbast, Wacholder) bzw. neun Pflanzen, Obst und farbige Seidenbänder. Die Anzahl ist zwar oft verschieden, spielt aber bei Bräuchen oft eine Rolle, z.B. auch bei den Kräutern zu Maria Himmelfahrt.

Als Sakramentalien sollten die Palmbuschen in Haus und Hof Segen bringen. Man steckte sie hinter das Kruzifix in der Wohnung, auf Felder und Gräber. Burschen umrundeten mit ihren Palmstangen den Bauernhof, um Füchse vom Hühnerstall abzuwehren. Das Schlucken von drei Palmkätzchen sollte vor Halsschmerzen bewahren. Kinder, die im Weinviertel von ihren Paten Allerheiligenstriezel erhalten hatten, revanchierten  sich mit einem Palmbuschen. In Wallsee und Spitz in Niederösterreich tragen die Prozessionsteilnehmer mit Buchs, bunten Bändern und ausgeblasenen Eiern geschmückte Palmstangen.

Sowohl im klassischen wie im kreativen Ikebana sind Weidenzweige ein beliebtes Material. Durch ihre Elastizität lassen sie sich leicht biegen oder verflechten. Wenn man die Blätter (die nicht lange halten) entfernt, kommt die Linie der Zweige gut zur Geltung. Jede der zahlreichen Weidensorten - z. B. Drehweide - hat ihren eigenen Charakter in Form und Farbe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr über Bräuche in Österreich von Helga Maria Wolf unter:

https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/ABC_zur_Volkskunde_%C3%96sterreichs