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Februar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Weihnachtszeit endete früher 40 Tage nach dem Christtag, am 2. Februar mit dem Fest "Maria Lichtmess". Der alte Name deutet darauf hin, dass nun die Zahl der Sonnenstunden zunimmt. Der helle Tag wird rasch länger, von 9 ½ Stunden Anfang Februar wächst er bis zum Monatsende auf elf Stunden.  In den Kirchen wurde am 2.2. der Jahresbedarf an Kerzen geweiht. Sie spielen auch beim Blasiussegen am folgenden Tag eine Rolle. Weitere wichtige Heilige im Februar sind Dorothea, die Patronin der Gärtner und Floristen, am 6. und Valentin am 14. des Monats. Zwischen dem Ende der Weihnachtszeit und dem Aschermittwoch (40 Tage vor Ostern, zwischen 4. Februar und 10. März). liegen die lustigsten Wochen des Jahres, der Fasching.

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

Fasching

 

Die Dauer des Faschings hängt vom Osterdatum (zwischen 22. März und 25. April) ab. Höhepunkt der närrischen Zeit sind die letzten drei Tage, Faschingsonntag, -montag und -dienstag. Fasching ist in Österreich das Synonym für Fastnacht. Im 13. Jahrhundert bezeichnete Vaschanc oder Vastschang das Ausschenken des Fastentrunks am Vorabend des Aschermittwochs. Das verweist auf Bräuche in den Zünften und damit auf städtische Rituale. Wichtige Elemente sind Masken und Kostüme.

 

Bei Masken geht es um "Verbergen und Zeigen", schreibt der Theaterhistoriker Manfred Brauneck: "Masken ... sind Hilfsmittel in diesem Spiel von Innen und Außen, von Privatem und Öffentlichem, von Natürlichem und Künstlichem. Sie schaffen Distanz zu sich selbst und anderen gegenüber."  Masken kommen in allen Kulturen vor. In Japan ist das No-Theater Ausdruck einer Lebenskultur des Zen-Buddhismus und erfordert "künstlerisches Können" wie Ikebana, Teezeremonie oder Tuschmalerei. Masken zeigen sich in regional unterschiedlichen Ausprägungen. Manche der österreichschen Faschings- und Perchtenbräuche, die mit Masken verbunden sind, stehen auf der UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes: Die Gasteiner Tafelperchten tragen bis zu 50 kg schwere und 2,50 m hohe "Kappen". Diese spektakulären Kopfputze sind mit Wachs- und Seidenblumen geziert, die Frühjahrsblüher wie Narzissen oder Primeln nachahmen. Die Hauptfiguren beim Imster Schemenlauf, Scheller und Roller, haben geschnitzte Masken, über denen der "Schein", ein mit zahlreichen Kunstblumen geschmückter, ovaler Aufsatz prangt. Der Ebenseer Faschingszug am Montag ist ein Höhepunkt im Jahreslauf des Ortes. Kostüme, Masken und Kopfbedeckungen sind hier weniger kostbar als bunt und phantasievoll. Übereinander getürmte Hüte, Geierbälge, Wollknäuel, Puppen, vor allem aber Papier-und Kunstblumen  dienen der Verkleidung.

 

Im Lehrbuch von Hiroshi Teshigahara ist auch Dekalkomanie ein Thema. Der symmetrische Abdruck inspirierte mich schon vor Jahrzehnten zu Masken für ein Faschingstreffen von Ikebana. Man kann sie selbst tragen, als Raumdekoration verwenden oder als unkonventionelles Material in Arrangements integrieren.

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Während die Teilnehmer ländlicher Umzüge oft wild daherkommen, wirkt die Wiener Ballkultur städtisch-nobel. Normalerweise gibt es pro Saison 450 besondere Tanzveranstaltungen. Highlight ist der Opernball am letzten Donnerstag. Für einen Abend verwandelt sich die Staatsoper in ein Blumenmeer. Die Debütantinnen tragen farblich abgestimmte Sträuße.

 

Halbmasken und Fächer waren modische Accessoires  beim koketten Versteckspiel. Mit einer eigenen "Fächersprache" konnten die Damen ihre Gefühle ausdrücken. Es gab eigene "Fächerakademien", die diese Gesten lehrten. In Europa bestanden Fächer aus kostbarem Material: Rippen aus geschnitztem Elfenbein, Perlmutt, Schildpatt, Horn sowie bestickte Seide und künstlerisch bemaltes oder bedrucktes Papier für das Fächerblatt.  Ende des 19. Jahrhunderts kamen Faltfächer aus Spitze und (Straußen-) federn in Mode.

 

In Japan blicken Faltfächer und Blattfächer auf eine lange Tradition zurück, sie waren seit dem 7. Jahrhundert Gegenstand der höfischen Etikette. Herrscher verwendeten Befehlsfächer (Gunbai) wie einen Kommandostab. Als Zeitvertreib erfanden die Adeligen ein Spiel, bei dem sie bunte Fächer in Wasserläufe warfen. Das Motiv der "fliegenden Fächer" findet sich bis heute auf Kimonos und kunsthandwerklichen Objekten. Es lässt sich auch in Ikebana darstellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6. Februar: Dorothea

 

Dorothea ist die Patronin der Blumengärtner und Floristen. Sie zählt als frühchristliche Märtyrin mit Barbara, Katharina und Margaretha zu den Virgines Capitales, den wichtigsten weiblichen Heiligen. Im ausgehenden Mittelalter war sie eine der beliebtesten im deutschsprachigen Raum. Dorothea ("Gottes Geschenk") wurde um 290 geboren und starb um 305 in Caesarea (Kayseri, Türkei). Nach der Legende sollte sie gegen ihren Willen verheiratet werden. Als "Braut Christi" lehnte sie die Ehe ab und wurde zum Tod verurteilt. Während ihres Martyriums erbat sie Wunderzeichen: Ein Götterbild stürzte von seiner Säule, die Zuschauer nahmen Engel und Teufel wahr. Auf dem Weg zum Richtplatz spottete der Schreiber Theophilus, Dorothea solle ihm doch Obst und Blumen aus dem Garten ihres himmlischen Bräutigams schicken. Ein Bote brachte ihm - im Winter - ein Körbchen mit Äpfeln und Rosen. Kunstwerke stellen sie mit diesen Attributen dar. Zahlreiche Dichtungen behandeln ihre Legende. In Deutschland und Tschechien war es Brauch, dass Kinder mit Dorothea-Liedern heischen gingen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

14. Februar: Valentinstag

 

Der Valentinstag wird mit zwei Heiligen, Valentin von Terni und Valentin von Rom, in Verbindung gebracht. Beide waren Priester, die um das Jahr 268 Opfer der Christenverfolgung wurden und ihren Gedenktag am 14. Februar haben. Als neuer Brauch erhält der Valentinstag alljährlich Ursprungslegenden. So wird von einem Mönch Valentin erzählt, der ein blindes Mädchen heilte und Menschen, die bei ihm Hilfe und Trost suchten, Blumen aus seinem Garten schenkte. Er soll verbotener Weise Paare nach christlichem Ritus getraut haben und deshalb enthauptet worden sein. Auf dem Weg zur Hinrichtung hätte er sich von der freundlichen Tochter des Kerkermeisters mit einem Blumengruß und den Worten "Von deinem Valentin" verabschiedet.

 

Liebesgaben zum Valentinstag waren im späten Mittelalter in Frankreich, Belgien und England bekannt. Vermutlich brachten englische Auswanderer den Valentinsbrauch in die Vereinigten Staaten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam er  durch US-Soldaten nach Westdeutschland. 1947 führte "Fleurop" den Blumentag ein. In Deutschland bemühte sich ein eigenes Komitee seit den 1950er Jahren um Werbemaßnahmen. Floristen beschenkten Honoratioren mit Blumen, veranstalteten Valentinsbälle und Wohltätigkeitsaktionen. Auch die bekannten roten Herzen auf den Blumensträußen kamen damals auf. 1973 freute sich die Branche, dass der Valentinstag endlich "den Durchbruch geschafft" hat. Auch die ÖsterreicherInnen entdeckten in den Wiederaufbau- und Wirtschaftswunderjahren den Blumenpatron als mystische Bezugsperson für weltliche Bräuche. Derzeit machen zwei von drei Blumengeschenke, Spitzenreiter sind Primelstöckchen, Topfnarzissen, -Orchideen und -Hyazinthen, bei den Schnittblumen Tulpen und Rosen.

 

 

 

In Japan beschenken am 14. Februar Frauen die Männer mit Schokolade. Diese revanchieren sich am 14. März, dem "White Day" mit weißer Schokolade. 2019 gab es erstmals Proteste der Frauen gegen den Gruppendruck und die Hierarchie des Schenkens. Nur mehr ein Drittel möchte dem Geschenkzwang für Kollegen nachgeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aschermittwoch

  

Mit dem Mittwoch vor dem 1. Fastensonntag beginnt die 40-tägige vorösterliche Bußzeit. Der Termin des Aschermittwochs fällt, je nach dem Osterdatum, zwischen 4. Februar und 10. März, 2021 auf den 17. Februar. Als Schwelle zwischen Fasching und Fastenzeit hat der Aschermittwoch noch einige gesellige Bräuche wie Faschingverbrennen, Geldbeutelwaschen oder Heringsschmaus.

In vielen Religionen und auch in der Bibel (Gen.18,27) ist Asche ein Symbol der Vergänglichkeit, Buße und Reinigung. Im katholischen Gottesdienst erteilt der Priester nach der Predigt das Aschenkreuz. Dazu spricht er: "Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst." Pflanzen spielen insofern eine Rolle, als die - zuvor gesegnete - Asche aus verbrannten Palmzweigen des Vorjahres besteht. Dies ist schon seit dem 12. Jahrhundert Brauch.