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Jänner

 

 

 

 

 

 

Neujahr und "Dreikönig" sind die Feste, mit denen das bürgerliche Jahr beginnt. Die kirchliche Weihnachtszeit neigt sich dem Ende zu. Während die Natur schläft, begegnen Menschen einander mit Glück- und Segenswünschen, verschenken Kleestöckerl und Glückspilze. Spektakuläre Feuerwerke begrüßen das Neue Jahr.

 

 

 

 

 

1. Jänner: Neujahr

 Der 1. Jänner ist und war keineswegs immer und überall der erste Tag des Jahres. Andere Kulturkreise rechnen mit dem Mondkalender, und auch im Christentum dauerte es offiziell bis 1691, regional noch länger, bis ältere Neujahrstermine ihre Bedeutung verloren. Solche waren der Dreikönigstag, 1. oder 25. März, Ostern, Christi Himmelfahrt, 8. oder 25. Dezember. Bei den Römern der Antike, die den Jahresbeginn anno 153 v. Chr. vom 1. März auf den 1. Jänner verlegten, kam dem Neujahrsfest besondere Bedeutung zu. Sie verschenkten "Strenae" (Zweige), die in unserer Redensart "auf einen grünen Zweig kommen" weiterleben. Ein anderes  beliebtes Glückssymbol sind Hufeisen. Ein Pferd stellte einen beachtlichen Wert dar, das Hufeisen als Teil dessen sollte Wohlstand verheißen. In einer ländlichen Gesellschaft, deren (Über-)leben von der Fruchtbarkeit der Pflanzen und Tiere abhing, schätzte man nahe liegender Weise entsprechende Symbole wie Pilze mit ihren vielen Sporen oder Fische mit glitzernden Schuppen, die an Münzen erinnern.

 

 

 

 

In Japan sprach man den immergrünen Bäumen besondere Kräfte zu. Man glaubte, dass sich Götter in Nadelbäumen, wie Kiefern, aufhalten. Um ihren Segen ins Haus zu holen, gebrauchte man beim traditionellen Ikebana zu Neujahr vor allem die drei Materialien Föhre, Bambus und blühende (Pflaumen-)zweige. Obst in verschiedenen Farben, besonders Orangen, und Gemüse können auch für „Morimono“ verwendet werden. Wie zu vielen festlichen Anlässen gibt goldenes und silbernes Mizuhiki dem Arrangement ein feierliches Aussehen

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein beliebter Brauch zum Jahreswechsel sind Feuerwerke. Ihre Erfindung soll vor 1200 Jahren in China erfolgt sein und mit dem Schwarzpulver zusammenhängen. Angeblich waren Mönche die ersten, die diese explosive Mischung aus Kohle, Schwefel und Salpeter herstellten. Noch heute ist China der weltweit größte Produzent und Exporteur von Feuerwerkskörpern. Im 14. Jahrhundert brachten arabische Händler das Feuerwerk nach Europa, wo sich die Kunst der Pyrotechniker weiter entwickelte. Einen Höhepunkt erreichte sie bei den höfischen Festen der Barockzeit. Für die größte Inszenierung dieser Art errichtete man 1732 in der Spittelau eine aufwendige Scheinarchitektur in Form eines Kastells von elf m Höhe,  22 m Breite und 30 m Tiefe, das beabsichtigt spektakulär in Flammen aufging. 250 Raketen wurden abgefeuert, Pauken und Trompetenmusik  begleiteten die Aufführung. Im 19. Jahrhundert war der Prater Schauplatz szenischer Feuerwerke.

 

 

 In Ikebana ist weniger der 1.1. als der 7.7. Anlass für „Feuerwerks“-Arrangements. Das Tanabata-Fest erinnert an den chinesischen Mythos von einem jungen Paar, das dazu verdammt war, getrennt den Himmel zu überqueren. Nur einmal im Jahr, am 7.7., treffen sie sich als Sterne auf der Milchstraße. Der japanische Kaiser veranstaltete dann große Feste mit Theater und Musik. Heute schreiben die Leute Gedichte und Wünsche auf bunte Papierstreifen, die sie an Bambus binden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6. Jänner: Erscheinung des Herrn (Dreikönigstag)

Landläufig nennt man den 6. Jänner Dreikönigstag. Allerdings waren die Besucher, die dem Jesuskind mit herrschaftlichen Geschenken huldigten, weder drei, noch Könige und schon gar nicht Heilige, sondern Sternenkundige aus dem Osten. Origenes (185-254), der bedeutendste Lehrer der frühen griechischen Kirche, leitete aus der Dreizahl der Gaben - Gold, Weihrauch und Myrrhe - die Dreizahl der Besucher ab.

 Das heute allgemein verbreitete Sternsingen ist ein neuer Brauch mit alten Wurzeln. Dreikönigsspiele fanden um die erste Jahrtausendwende in den Kathedralen statt. Gesang begleitete die Prozession der Könige zum Altar, der die Krippe symbolisierte. Eine andere Wurzel liegt in den überlieferten Ansingeliedern mit Heische-Umzügen der Schüler zum Jahreswechsel. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich aus einer privaten Initiative die Dreikönigsaktion der katholischen Jungschar, die inzwischen zu den größten Spendenaktionen Österreichs zählt

Am Dreikönigstag ist es manchmal Brauch, "C+M+B" mit der Jahreszahl an die Haustür zu schreiben. Die Segensformel wird als Monogramm der drei Könige oder "Christus mansionem benedicat" gedeutet. Auch das Räuchern mit Weihrauch und geweihten Kräutern soll Glück bringen und Böses fernhalten. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20. Jänner: Fabian und Sebastian

 Der Papst Fabian (+ 250) und Sebastian (+ 288) zählen zu den frühchristlichen Märtyrern. Ihr Gedenktag ist ein wichtiger Wetterlostag, an dem der "Saft in die Bäume schießt" und die Vögel Hochzeit halten.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr über Bräuche in Österreich von Helga Maria Wolf unter:

https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/ABC_zur_Volkskunde_%C3%96sterreichs